Fakten. Verantwortung. Miteinander.
Rockenbergs Bürgermeisterin Olga Schneider erläutert Hintergründe zu Haushaltsplanung, Vereinsförderung, Seniorenarbeit und Bürgerbeteiligung
Öffentliche Diskussionen über kommunale Entscheidungen sind Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Dabei kommt es darauf an, Zahlen richtig einzuordnen, Zusammenhänge zu berücksichtigen und unterschiedliche Sichtweisen zu respektieren.
Bürgermeisterin Olga Schneider erklärt: „Mir ist wichtig, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger nachvollziehen können, wie Entscheidungen zustande kommen und welche Überlegungen dahinterstehen. Dazu gehören vollständige Informationen, Transparenz und die Bereitschaft, einander zuzuhören.“
Haushaltsplanung 2026: Tatsächliche Ausgaben als Grundlage
Die finanzielle Situation der Kommunen ist angespannt. Auch die Gemeinde Rockenberg steht vor der Aufgabe, ihre finanziellen Mittel verantwortungsvoll einzusetzen. Bei der Haushaltsplanung 2026 wurden deshalb die tatsächlichen Ausgaben der vergangenen Jahre verstärkt berücksichtigt. Ziel war es, die Planung an den realen Bedarf anzupassen.
Ein Beispiel ist die allgemeine Vereinsförderung. Während bisher 20.000 Euro eingeplant waren, wurde die Haushaltsplanung auf 11.000 Euro angepasst. Hintergrund ist, dass in den vergangenen Jahren tatsächlich nie mehr als 11.000 Euro für die allgemeine Vereinsförderung benötigt wurden. „Wir haben die Planung an die tatsächlichen Ausgaben angepasst. Die reguläre Förderung je Mitglied bleibt unverändert. Keinem Verein wird ein Euro aus der allgemeinen Vereinsförderung weggenommen“, stellt Schneider klar.
Eine gesonderte Anpassung erfolgte bei der Rasenpflege der beiden Fußballvereine. Die bisherige Unterstützung von jeweils 15.000 Euro wurde auf 7.500 Euro pro Verein reduziert. Gleichzeitig beschloss die Gemeindevertretung eine einmalige Investitionsförderung von jeweils 7.500 Euro für die Anschaffung von Mährobotern. Diese sollen die Vereine langfristig bei der Pflege ihrer Sportanlagen entlasten. Damit sind für beide Fußballvereine zusammen 30.000 Euro berücksichtigt: 15.000 Euro für die laufende Rasenpflege und weitere 15.000 Euro als Investitionsförderung. Insgesamt sind im Haushalt 2026 somit 41.000 Euro für die allgemeine Vereinsförderung und die Unterstützung der beiden Fußballvereine abgebildet.
Zum Jahresende soll die finanzielle Entwicklung erneut betrachtet werden. Sofern entsprechende Spielräume bestehen, kann über zusätzliche Unterstützung beraten werden. Für die Zukunft strebt die Gemeinde gemeinsam mit den Vereinen und politischen Gremien eine faire, verlässliche und finanziell tragfähige Regelung zur Rasenpflege an.
Seniorenarbeit: Begegnung und Teilhabe vor Ort
Auch die Gestaltung der Seniorenarbeit war Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Anstelle eines Tagesausflugs veranstaltete die Gemeinde in diesem Jahr einen Seniorentag direkt vor Ort. 94 Seniorinnen und Senioren nahmen daran teil und verbrachten gemeinsam einen abwechslungsreichen Tag mit Mittagessen, Kaffee, Kuchen, Getränken und einem Unterhaltungsprogramm.
Ein wesentlicher Gedanke hinter dieser Entscheidung war die Möglichkeit, auch Menschen einzubeziehen, für die eine längere Busfahrt aufgrund eingeschränkter Mobilität oder anderer persönlicher Umstände schwierig gewesen wäre.
„Uns ging es darum, Begegnung und Gemeinschaft für möglichst viele Menschen zu ermöglichen. Auch diejenigen, die nicht mehr so mobil sind, sollen an unserem Gemeindeleben teilhaben können“, betont Schneider.
Die Veranstaltung wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde mit großem Engagement organisiert und erhielt zahlreiche positive Rückmeldungen. Gleichzeitig konnten durch die Durchführung vor Ort Kosten eingespart werden von 7500 Euro auf 1500 Euro. Für die kommenden Jahre ist ein Wechsel zwischen einem gemeinsamen Busausflug und einer Veranstaltung innerhalb der Gemeinde denkbar, um unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Kinder- und Jugendarbeit: Beteiligung als Grundlage
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Entwicklung. In mehreren Kinder- und Jugendversammlungen wurden Wünsche und Ideen gesammelt. Dabei entstand unter anderem der Wunsch nach einer Rollsportanlage. Ein schriftlicher Antrag aus der Gemeindevertretung zur Prüfung konkreter alternativer Angebote für Kinder und Jugendliche lag der Verwaltung nicht vor.
Im Rahmen eines Antrags einer Partei wurde zudem die Möglichkeit einer flexibleren Prüfung eines Dirt- beziehungsweise Bikeparks aufgegriffen. Eine konkrete Planung, ein Angebot oder eine belastbare Kostenschätzung für einen solchen Dirtpark lag jedoch nicht vor. Die in der öffentlichen Diskussion genannten 40.000 Euro für einen Dirtpark können daher anhand der vorhandenen Unterlagen nicht nachvollzogen werden.
Zudem unterscheiden sich Dirt-/Bikeparks und Rollsportanlagen hinsichtlich ihrer Bauweise, Nutzungsmöglichkeiten und langfristigen Unterhaltung. Modellierte Erdstrecken können durch Witterung und intensive Nutzung regelmäßige Pflege- und Instandsetzungsarbeiten erfordern. Bei befestigten Anlagen entfällt das wiederkehrende Modellieren solcher Strecken. Regelmäßige Kontrollen und Unterhaltung sind bei beiden Anlagen notwendig.
Ein unmittelbarer Kostenvergleich ohne konkrete Planungsgrundlagen wäre deshalb nicht aussagekräftig. Für Schneider steht dabei die Beteiligung der jungen Generation im Vordergrund: „Wenn wir Kinder und Jugendliche nach ihren Wünschen fragen, müssen wir diese auch ernst nehmen und in unsere Überlegungen einbeziehen.“
Respektvoller Umgang als Grundlage demokratischer Zusammenarbeit
Neben den sachlichen Themen ist Bürgermeisterin Schneider auch der Umgang miteinander ein besonderes Anliegen: „Ich bin Bürgermeisterin für alle Menschen in Rockenberg und Oppershofen. Unabhängig davon, ob jemand einer Entscheidung zustimmt, sie ablehnt oder sich enthält.“
Unterschiedliche Auffassungen, kritische Nachfragen und kontroverse Diskussionen gehören für sie selbstverständlich zur kommunalen Demokratie. Gleichzeitig erwartet sie einen respektvollen Umgang zwischen allen Beteiligten. Das gelte gegenüber Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie gegenüber den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der kommunalen Gremien und den Beschäftigten der Verwaltung. Besonders wichtig sei es, die Menschen nicht nur über Entscheidungen zu informieren, sondern ihre Anliegen auch tatsächlich zu hören.
„Nicht jede Entscheidung kann alle gleichermaßen überzeugen. Entscheidend ist, dass wir offen miteinander sprechen, unterschiedliche Perspektiven respektieren und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.“ Für Schneider bleibt der Anspruch klar: Verantwortung übernehmen, transparent handeln und die Entwicklung von Rockenberg und Oppershofen gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten. „Dafür setze ich mich weiterhin mit Klarheit, Überzeugung und ganzem Herzen ein.“
Gemeinsam. Mit Herz. Für Rockenberg.
Olga Schneider
Bürgermeisterin der Gemeinde Rockenberg
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