Jeder Tropfen zählt: Rockenberg reduziert Wasserverluste um bis zu 24 Millionen Liter im Jahr
Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen. Es zuverlässig zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig verantwortungsvoll damit umzugehen, gehört deshalb zu den zentralen Aufgaben einer Kommune. Die Gemeinde Rockenberg hat ihre Anstrengungen zur Reduzierung von Wasserverlusten in den vergangenen Jahren kontinuierlich verstärkt, mit inzwischen deutlich messbaren Ergebnissen.
Bereits seit mehreren Jahren führt die Gemeinde regelmäßig Leckortungen im Trinkwassernetz durch. Denn nicht jeder Wasserrohrbruch ist sichtbar. Kleine Schäden an Leitungen können tief unter der Erde über Wochen oder Monate kontinuierlich Wasser abgeben. Was an einer einzelnen Stelle möglicherweise nur tröpfchenweise geschieht, kann sich über einen längeren Zeitraum zu erheblichen Mengen summieren.
Zusätzlich zu den bisherigen Leckortungen wurden Gespräche mit Fachleuten geführt, technische Möglichkeiten geprüft und nach Lösungen gesucht, mit denen auch kleinere und bislang schwer erkennbare Leckagen aufgespürt werden können. Im vergangenen Jahr kam daraufhin ergänzend ein neues und noch sensibleres Verfahren zur Leckageerkennung zum Einsatz. Beide Ortsteile wurden nochmals intensiv untersucht. Dabei konnten weitere Leckagen lokalisiert und anschließend behoben werden.
Wasserverluste um 2.000 Kubikmeter reduziert
Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt inzwischen eine deutliche Entwicklung: Die Wasserverluste konnten durchschnittlich um rund 2.000 Kubikmeter pro Monat reduziert werden. Hochgerechnet entspricht dies einer Wassermenge von rund 24.000 Kubikmetern pro Jahr – oder bis zu 24 Millionen Litern Trinkwasser.
Auch wirtschaftlich lässt sich die Größenordnung verdeutlichen. Bei einem derzeitigen Wasserpreis von 2,50 Euro pro Kubikmeter entspricht die vermiedene Wassermenge einem rechnerischen Gegenwert von rund 5.000 Euro pro Monat und damit rund 60.000 Euro pro Jahr.Dabei handelt es sich ausdrücklich um einen rechnerischen Gegenwert der vermiedenen Wasserverluste und nicht um eine unmittelbar in gleicher Höhe entstehende Haushaltsersparnis.
„Bis zu 24 Millionen Liter Wasser im Jahr – diese Zahl zeigt, warum wir uns so intensiv mit unserem Leitungsnetz beschäftigen. Für uns war es wichtig, dass wir uns nicht damit zufriedengeben, bestehende Wasserverluste einfach hinzunehmen. Wir haben nach Lösungen gesucht, fachliche Expertise einbezogen und neue technische Möglichkeiten genutzt. Dass wir heute einen solchen messbaren Effekt feststellen können, zeigt, dass sich dieser Weg lohnt“, erklärt Bürgermeisterin Olga Schneider. Dabei gehe es nicht allein um den finanziellen Wert. „Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen. Jeder Kubikmeter, der nicht unbemerkt im Erdreich verloren geht, muss nicht zusätzlich bereitgestellt werden. Deshalb ist die Reduzierung unserer Wasserverluste für mich vor allem aktiver Ressourcenschutz.“
Nicht nur appellieren – als Gemeinde selbst handeln
Für Schneider gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser beides: Die Gemeinde muss ihre eigenen Möglichkeiten ausschöpfen und gleichzeitig die Bevölkerung für einen bewussten Verbrauch sensibilisieren. Gerade während längerer Trocken- und Hitzeperioden hat die Gemeinde deshalb wiederholt dazu aufgerufen, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Dazu gehören viele kleine Maßnahmen im Alltag: Wasser beim Zähneputzen oder Einseifen nicht unnötig laufen lassen, Wasch- und Spülmaschinen möglichst vollständig beladen, Gärten sparsam und gezielt bewässern und in verbrauchsintensiven Trockenperioden auf nicht notwendiges Autowaschen verzichten.
„Wir können nicht auf der einen Seite unsere Bürgerinnen und Bürger bitten, Wasser zu sparen, und auf der anderen Seite vermeidbare Verluste im eigenen Leitungsnetz hinnehmen. Deshalb war für uns immer klar: Auch wir als Gemeinde müssen und werden unseren Beitrag weiter leisten. Und genau das tun wir.“ Ein besonderer Dank gilt dabei den Bürgerinnen und Bürgern, die die Hinweise und Appelle der Gemeinde aufnehmen und ihren eigenen Wasserverbrauch bewusst hinterfragen.
„Viele Menschen machen mit. Dafür möchte ich ganz ausdrücklich Danke sagen. Der einzelne Beitrag mag manchmal klein erscheinen. Aber wenn eine ganze Gemeinde mitmacht, entsteht daraus eine große Wirkung.“ Auch der Hessische Rundfunk hat die Entwicklung in Rockenberg aufgegriffen und war vor Ort. In einem Interview sprach Bürgermeisterin Schneider über den Umgang mit der Ressource Wasser, die Maßnahmen der Gemeinde und die Bedeutung eines bewussten Wasserverbrauchs.
Der nächste Blick geht in die Zukunft
Mit den erreichten Verbesserungen ist die Arbeit für die Gemeinde jedoch nicht beendet. Neben der kontinuierlichen Überwachung des Leitungsnetzes und der weiteren Reduzierung von Wasserverlusten wird in den kommenden Jahren auch die langfristige Versorgungssicherheit verstärkt in den Fokus rücken.
Dazu gehört insbesondere die Frage, wie sich die Speicherkapazitäten perspektivisch entwickeln lassen. Der Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung werden sich deshalb im Rahmen der mittel- und langfristigen Planung damit auseinandersetzen, welche Maßnahmen technisch, wirtschaftlich und mit Blick auf den zukünftigen Bedarf sinnvoll sind. Ziel ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, bei Bedarf auch höhere Verbrauchsspitzen abzufedern und entsprechende Reserven möglichst in eigener Verantwortung vorhalten zu können.
„Eine sichere Wasserversorgung braucht vorausschauende Planung. Wir müssen heute darüber nachdenken, was unsere Gemeinde morgen benötigt. Deshalb werden wir neben der Reduzierung unserer Wasserverluste auch die zukünftige Entwicklung unserer Infrastruktur und Speicherkapazitäten im Blick behalten.“
Für die Gemeinde Rockenberg steht damit ein klarer Weg fest: Wasserverluste erkennen. Leckagen weiterhin erkennen und beseitigen. Ressourcen schützen. Bürgerinnen und Bürger weiterhin sensibilisieren. Und gleichzeitig die Wasserversorgung von morgen planen. Denn jeder Tropfen zählt
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